Barock


Im Gegensatz zur Renaissance, in der viele Einzelheiten gleichberechtigt nebeneinander stehen, werden im Barock die Hauptpunkte betont. Statt Kleinteiligkeit sucht man nach den großen Formen mit Betonung einiger Schwerpunkte.

Barock ist geprägt von Dynamik und Massigkeit, Drang nach dem Großen, dem Spiel mit Licht und Schatten. Ziel ist es, auf den Betrachter einzuwirken und bei ihm einen tiefen Eindruck zu hinterlassen. Die Formen im Barock sind im Gegensatz zur Renaissance weicher, die Grundrisse geschwungen, statt des rechten Winkels wird die Diagonale betont.

 

Der Repräsentationscharakter von Barockmöbeln war vor allem in Frankreich und Deutschland vorherrschend. Das Eichenschnitzmöbel wurde zunehmend vom nussholzfurnierten tischlergefertigten Möbel verdrängt. Oft wurden Tischler mit dem Entwurf ganzer Garnituren betraut. So entstanden Wohnungs- und Schlosseinrichtungen, die einer Gesamtdramaturgie folgten.

 

Im ländlichen Umfeld fiel der Stil oft schlicht aus. Der Landadel und die reichen Bauern nutzten vornehmlich Möbel aus Edelhölzern statt furnierter Möbel. Nicht wohlhabende Schichten nutzten Möbel aus dem günstigeren Weichholz.

Da keine Gewerbefreiheit herrschte, waren die Tischler an die strengen Regeln der Zunftordnung gebunden. Nur die an die Höfe berufenen Tischler (Ebinisten) durften ihre Kreativität frei entfalten.